Januar 23

Newbie

Ostern steht ja schon quasi vor der Tür und damit die zu erwartenden Taufen. Hier gibt es einen netten Artikel „Fünf Regeln für einen neuen Katholiken“. Ich musste dabei schon ein wenig Schmunzeln. Und manches sah ich eher kritisch: Ja, wer in die katholische Welt neu einsteigt, hat viel zu lernen. Aber meiner Erfahrung nach, kennen sich in Berlin die Zugezogenen besser aus als die hier Geborenen. Wer umzieht / konvertiert, ist neugierig. Der- oder diejenige geht auf Entdeckungsreise, hinterfragt Dinge, die die damit groß gewordenen ungefragt stehen lassen. Konvertiten und Zugezogene sind eben nicht nur Newbies, sondern bringen frischen Wind und lassen oft Nachdenklich werden.

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Januar 9

Gleichheit

Diese vermeintliche Alternative schreibt in ihrem Wahlprogramm

Das Minarett lehnt die AfD als islamisches Herrschaftssymbol ebenso ab wie den Muezzinruf, nach dem es außer dem islamischen Allah keinen Gott gibt.

Wenn wir den Gleichheitssatz nach Artikel 3 Grundgesetz nicht gleich über Bord werfen wollen – was ich diesem Mob ja zutraue – dann gleiches Recht für alle. Lehnen wir die eine Religion aufgrund ihres Absolutheitsanspruchs ab, dann auch andere mit diesem Anspruch. Wie heißt es im großen Glaubensbekenntnis?

Wir glauben an den einen Gott […]

Ich vermute, dass diesen scheinbaren Christen in der AfD das deshalb nicht bewusst ist, weil der letzte Kirchenbesuch so lange her ist. Wir sitzen bei den Angriffen gegen die Religionsfreiheit mit den Muslimen in einem Boot. Wenn sich das bei den in Deutschland lebenden Christen rumspricht, sind circa 60% gegen die AfD immun.

Darüber hinaus sprach der Herr:

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Dezember 11

Zufriedenheit

Bist Du glücklich? Da geht es nur um eine Momentaufnahme. Viel interessanter ist doch – bist Du zufrieden? Zufriedenheit ist der Punkt des inneren Ruhens und des stetigen Glücks, nicht nur eines Aufblitzen wie bei einem Erfreut-sein. Der Artikel von Eckhard Frick SJ Wo Zufriedenheit herkommt (Seite 4 im Dokument bzw. 6 nach Adobe-Zählung) ist kurz und lädt ein, über die Frage der Zufriedenheit zu verweilen.

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Dezember 7

Freedom is not free

Freedom is not free – aber manchmal ginge es doch besser umsonst. So fordern über zweitausend Theologen, dass die neue Einheitsübersetzung als gemeinfreies Werk digital herausgegeben wird. Jeder könnte dann den Text ziehen, kopieren, anmalen, verteilen, was-auch-immer. Holldrio, da bin ich dabei. Wenn wir die Verkündigung vorantreiben wollen, ist das genau der Weg. Genauso wie die Texte des Stundenbuches, des Schotts, des Benediktionales etc. Digital frei verteilen und für die gedruckten Werke können da von mir aus sogar Kirchensteuern zur Subventionierung rein. Erinnern wir uns doch einmal, was Luther mit nach vorne gebracht hat: Die massenhafte Verbreitung seiner Schriften und der Bibel (sic!) durch die Erfindung des Buchdrucks. Lasst uns Bücher drucken.

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Dezember 6

Trennung

Bei einer Trennung in der Kirche geht mir erstmal die Trennung zwischen Protestanten und Katholiken durch den Kopf. Das kann aber auch ganz anders aussehen, wie dieser Zeit-Artikel schilder. Martin Luther King hat danach schon seinerzeit festgestellt

Elf Uhr am Sonntagmorgen ist die Stunde, zu der die Rassentrennung im christlichen Amerika am tiefsten ist.

Und daran hat sich wohl nicht wirklich was geändert. Das wird wohl kaum in Sinne des Herrn sein. Es ist interessant das zu lesen und ich habe mich gefragt, wie denn das bei uns mit der Trennung so ist. Ich glaube sie ist da, wenn auch in einer anderen Form. Wir unterhalten beispielsweise die muttersprachlichen Gemeinden. Ich will die nicht weghaben. Ginge ich ins Ausland, würde ich vermutlich auch erstmal zu einer deutschsprachigen Gemeinde gehen. Aber es sorgt dafür, dass ich jeweils nur neben Menschen sitze, mit denen ich meine Muttersprache teile. Ich gehe davon aus, dass die meisten sich die Kirche um die Ecke suchen. Die Separation die wir in einer Stadt erleben, setzt sich dann ganz natürlich in der Kirche fort – im Prenzlauer Berg habe ich ein anderes Publikum als in Rixdorf. Wer da näher schaut, wird bestimmt noch mehr finden. Beim Gebet zur Einheit der Christen heißt es unter anderem

Dein Geist schenke uns,
den Schmerz der Trennung zu erleiden,
unsere Schuld zu erkennen
und über jede Hoffnung hinaus zu hoffen.

Beten als ob das Arbeiten nichts hülfe und arbeiten, als ob das Beten nichts hülfe. Ich will an der Hoffnung nicht kratzen, aber ich frage mich, was unabhängig davon aktiv tun können, um diese über Konfessionsunterschiede hinaus gehenden Trennungen zu verringern.

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Dezember 4

Beichte

Die Beichte ist ja ein gefühlt ein Dauerbrenner. Von einem vergessenem Sakrament würde ich daher nicht mehr reden wollen. Bestensfalls von einem nicht gelebten. Der Speyerer Bischof Wiesemann hat in der Tagespost vom 8. November 2016 geschrieben:

Aber schon damals [Anm. Ende 80er] war der grundsätzliche Bruch unübersehbar. Die meisten Gläubigen hatten die Gewohnheit zu beichten quasi von heute auf morgen wie einen alten Hut, den man nicht mehr trägt, abgelegt. Das hat seine vielfältigen Ursachen, die auch in der Weise der vormaligen Praxis und ihrer schematischen Beichtspiegel begründet sind.

Ja, statt einfach nur zu jammern, heißt das, das Thema neu zu durchdenken. Ich habe das Aggiornamento auch nicht so verstanden, als hätte es 1965 aufgehört. Und wird auch neu gedacht. Aber mein Gefühl ist, dass noch zu viele am gestern kleben.

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Dezember 2

Werbeblock

Ich muss mal einen Werbeblock einschieben.

Wer das Gefühl sonntags kennt, nach der Messe nette Gespräche zu führen und diese immer wieder abbrechen zu müssen, weil das Mittagessen & Co. wartet – und hier in Berlin wohnt – für diejenigen wollen wir einen Stammtisch initiieren. Und zwar immer am 4. eines jeden Monats, also mit wechselnden Wochentagen. Diesmal der kommende Sonntag. Beginn ist um 19 Uhr im CafeJ in der Torstraße 168. Das CafeJ ist ein selbstorganisiertes, nicht kommerzielles Cafe, welches vom EAJ getragen wird. Da muss man dann zwar selber den Tresen machen, ist dafür aber quasi in kirchlichen Räumen in einer sehr netten Atmosphäre. Wer Zeit und Lust hat – bitte vorbeikommen.

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November 29

Segen

Einer meiner Lieblingslieder ist Ihr sollt ein Segen sein von den Gospelsternen. Ich hörte das neulich und kam von dem Begriff Segnen nicht mehr los. In meiner Jugendgruppe habe ich das jetzt aufgegriffen. Es gab eine ganz kurze Einleitung, warum wir alle segnen dürfen und warum das wichtig ist. Dabei habe ich mir Gen 12,2 und Jeremia 29,7 zur Grundlage genommen.

Jeder hat auf zwei Zettel seinen Namen geschrieben, die in einen Eimer geworfen und dann zwei Namen gezogen. Zu den betreffenden Personen ist er bzw. sie hingegangen und hat um ihren bzw. seinen Segen oder ein Gebet für sich gebeten. Anfangs merkte man noch, das es vielen schwer fiel. Jemanden anderen darum bitten. Und jemandem anderen einen Segen zu spenden. Aber hei, der Heilige Geist war unter uns. Was soll das schon schief gehen! Ich hatte das Gefühl, dass es einige schon bewegt hat, vielmehr berührt hat. Eine Jugendliche meinte danach – sie glaube, es war das erste mal, dass sie jemanden gesegnet hat.

Mich hat das im Nachgang nicht mehr gleich losgelassen. Die Gesichter dabei zu sehen. Die Ernsthaftigkeit der Spendenden. Die Zufriedenheit der Empfangenden. Lasst uns mehr auf Gottes Segen vertrauen und diesen Segen anderen reichen.

 

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