April 9

Blutige Museen

In der Gemelli-Klinik erhielt PP. Johannes Paul II. nach dem Attentat 1981 eine lebensrettende Bluttransfusion. So wie viele andere Menschen vor und nach ihm. Die Klink mangelt es aber chronisch an Blutspendern. Wie die KNA jetzt berichtete, erhält man bei einer Blutspende in jenem Krankenhaus einen Gutschein. Mit diesem kann man bis Jahresende für 4 EUR ohne Warteschlange in ein vatikanisches Museum gehen. Sonst zahlt man für die Karte 16 EUR plus 4 EUR für das Umgehen der Warteschlange. Eine schöne Idee. Das könnte ich mir hier für einige städtische Attraktionen auch vorstellen. Da das Blut ja einen Wert hat (die Klinik wird das der Krankenkasse des Empfängers schon abrechnen), könnte man da ja vielleicht mit manch einer Institution Beuteteilung machen. So in der Art – liebes Berliner Gruselkabinett – wir zahlen die Hälfte vom Eintritt und Ihr legt die andere Hälfte als Werbemaßnahme drauf und so erhalten Blutspender den Eintritt für umme. Win-Win-Win.

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April 5

Konzilkritik

Kardinal Sarah poltert mal wieder…

Unwürdige liturgische Feiern seien deshalb keine Seltenheit, so der Kardinal. Die heilige Messe werde „frevelhafterweise“ auf ein einfaches Gastmahl reduziert.

Ich würde ja gerne mal wissen, was er da konkret meint beziehungsweise mal so eine kritisierte Messe sehen wollen. In der Form ist das so abstrakt, dass ich mir seine Kritik schwer fällt, zu beurteilen. Schade.

Erst dachte ich ja, er übe generell Konzilskritik. Beim zweiten Lesen sah ich dann aber, dass er die Umsetzung rügt, nicht das Konzil.

Der Präfekt der römischen Gottesdienst-Kongregation, Kardinal Robert Sarah, bezeichnet die Umsetzung der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils als Katastrophe.

Nun, auch das hätte ich gerne konkretisiert. Vielleicht ist ja was dran. Vielleicht auch nicht. Zumindest lohnt sicherlich eine Reflektion.

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März 11

Viri probati und der Papst

Der Papst denkt darüber nach, ob Viri probati nicht vielleicht doch zum Priester geweiht werden könnten. Zu deutsch geht es um verheiratete Männer. Ich hatte unlängst erst etwas zum Zölibat geschrieben und möchte daran anknüpfen. Papst Franziskus sagte in einem Interview:

Wir müssen darüber nachdenken, ob Viri probati eine Möglichkeit sind. Dann müssen wir auch bestimmen, welche Aufgaben sie übernehmen können, zum Beispiel in weit entlegenen Gemeinden.

Grundsätzlich gehe ich damit einher, denn es gibt sie sehr wohl in der katholischen Kirche: in der katholischen Ostkirche und bei konvertierten Anglikanern und Protestanten. Damit ziehe ich nicht den Wert des Zölibats in Zweifel. Aber wir sollen auch mal nicht so tun, als ob das in unserer Kirche undenkbar wäre.

Jetzt zum Zitat des Papstes. Mit allem Respekt vor dem Heiligen Vater, aber das scheint mir unausgegoren. Danach würde das Zölibat eine Frage der Entfernung sein. So müsste man aber sagen – wenn die nächste Stadt mehr als 350 km weit weg ist, dann schlägt der Mangel an Priestern das Zölibat. Der Zirkel wird dann wie bei Grundschulen jährlich angesetzt. Nächstes Jahr hat der Zölibat dann eine Strahlwirkung von 400 km um eine Stadt, im Jahr drauf nur von 320 km, weil es zum Zölibat berufene Männer gab. Und überhaupt – der zum Zölibat berufene Priester „darf“ in die beliebten Städte. Wenn man meint heiraten zu müssen, muss man mit den unliebsamen entlegenen Gebieten vorlieb nehmen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass der Papst sich das dabei gedacht hat. Aber es kann schnell so ankommen. So sehr ich mir das Ergebnis wünsche, der Weg dahin scheint mir noch nicht klar. Aber hei, was weiß ich schon. Vielleicht habe ich die Aussage des Heiligen Vaters nur nicht ganz durchdrungen.

Update: Kardinal Lehmann hat sich dazu geäußert. Kardinal Marx ebenso. Da musste ich glatt an den Witz von den zwei Priestern denken, die sich über die Abschaffung des Zölibats unterhalten. „Meinst Du, wir erleben das noch?“ „Nein, aber unsere Enkel.“

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Februar 12

Bischofsernennung

Ich hatte gerade darüber etwas gelesen (gedruckt, daher leider kein Link), wie man Bischof wird. Kurzum – an sich kann der Papst machen was er will, im deutschsprachigen Raum gibt es dagegen einige Sonderrechte. Jedenfalls legt der Personalchef – Präfekt der Kongregation Kurienkardinal Marc Ouellet – dem Papst dafür eine Liste vor. Im Regelfall wählt der Heilige Vater jemanden aus der Liste aus und dann wird dieser über den jeweiligen Nuntius gefragt, ob er denn will. Interessant fand ich dabei die Aussage von Kardinal Ouellet, dass er anfangs überrascht gewesen sei, wie viele Kandidaten dankend ablehnen. Diese Aussage hat mich auch überrascht.

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